VERKEHRSRECHT - Rechtsanwalt Stapf, Mannheim
 

Bei Alle paar Sekunden passiert ein Unfall auf deutschen Straßen. Leider auch mit Toten. Erfreulicherweise geht die Zahl der Verkehrstoten aber immer weiter zurück. In den 1970er Jahren sind noch rund 20.000 Menschen aufgrund des Straßenverkehrs umgekommen, 2007 waren es unter 5.000. Das ist ein gewaltiger Fortschritt.

Wenn es im Straßenverkehr knallt, gilt es kühlen Kopf zu bewahren und an ein paar Dinge zu denken. Folgende Hinweise sollten Sie als unschuldiger Betroffener beachten:

  1. Dem Geschädigten steht es frei, einen Sachverständigen seiner Wahl zur Beweissicherung, Feststellung des Schadensumfangs und Schadenshöhe zu beauftragen. Das gilt auch dann, wenn die Versicherung ohne Ihre Zustimmung bereist einen Sachverständigen bestellt hat.

Die Kosten für den Gutachter muss die gegnerische Versicherung bezahlen.

Bei Bagatellschäden mit einer Schadenshöhe von 500 € bis 1.000 € reicht als Schadensnachweis ein Kostenvoranschlag einer Fachwerkstatt.

  1. Die Beweissicherung über den Schadensumfang und -höhe gewährleistet, dass dem Geschädigten der Schaden in voller Höhe erstattet wird.

Sie gewährleistet auch, dass der Unfallschaden vollständig erkannt und beseitigt werden kann.

Das Gutachten beschreibt auch die unfallbedingte Ausfallzeit Ihres Fahrzeugs.

  1. Verkaufen Sie ein wieder instand gesetztes Auto, müssen Sie auf den Unfall hinweisen. Hier dient das Sachverständigengutachten als Nachweis.

  2. Die Höhe eines eventuellen Wertminderungsanspruchs ist auch erst durch das Gutachten belegt. Machen Sie hier unbedingt den Wertverlust aufgrund des Unfalls bei der Gegenseite geltend. Verzichten Sie nicht auf bis zu mehrere Tauschen Euro.

  3. Dem Geschädigten steht es frei, sich die Reparaturkosten vom Unfallgegner auf der Basis des Sachverständigengutachtens erstatten zu lassen.

  4. Geschädigte dürfen ihr Auto in der Werkstatt des Vertrauens reparieren lassen.

  5. Während der Reparaturzeit steht Ihnen eine Nutzungsausfallentschädigung zu, wenn Sie keinen Mietwagen benötigen. Die Höhe richtet sich nach dem Fahrzeugtyp.

  6. Zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche können Sie einen Rechtsanwalt beauftragen. Die Kosten hierfür hat die gegnerische Versicherung zu tragen.


Wann liegt ein Totalschaden vor?

Ein echter wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn das Fahrzeug entweder vollständig zerstört ist oder eine Reparatur sich bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise nicht mehr lohnt. Das ist dann der Fall, wenn die voraussichtlich anfallenden Reparaturkosten die Kosten für die Anschaffung eines vergleichbaren Ersatzfahrzeugs übersteigen. Von dem Geschädigten wird dann verlangt, ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug anzuschaffen.

Ein unechter Totalschaden liegt vor, wenn eine Reparatur nicht unwirtschaftlich ist, aber für den Geschädigten unzumutbar. Das gilt z.B. für einen erheblich beschädigten Neuwagen mit einer Laufleistung zum Unfallzeitpunkt von unter 1.000 KM. Der Geschädigte kann in dem Fall als Schadensersatz den Neuwert seines Fahrzeugs ohne jeglichen Abzug verlangen.

 
© 2004-2017 Rechtsanwalt Stapf
Rechtsanwalt Stapf Mannheim | Rechtsanwalt Stapf Künzelsau Sitemap