ADOPTION / FAMILIENRECHT - Rechtsanwalt Stapf, Mannheim

Eine Adoption ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein echtes Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Der Angenommene wird rechtlich voll in die Adoptivfamilie eingegliedert und die bisherigen Verwandtschaftsverhältnisse erlöschen (Volladoption).

Wer nicht verheiratet ist, kann ein Kind nur allein annehmen. Ein Ehepaar kann ein Kind nur gemeinschaftlich annehmen, das Kind erlangt dadurch die volle rechtliche Stellung eines gemeinschaftlichen Kindes der Ehegatten. Lebenspartnern (aus einer eingetragenen Lebenspartnerschaft) dagegen ist die Möglichkeit einer gemeinsamen Adoption (noch) verwehrt. Ein Ehegatte kann auch ein Kind des anderen Ehegatten allein annehmen, nicht aber allein sein eigenes.

Der Annehmende muss unbeschränkt geschäftsfähig und mindestens 25 Jahre alt sein. Bei annehmenden Ehepaaren der andere Ehegatte mindestens 21 Jahre.

Die Vermittlung von Adoptionen ist den Jugendämtern und den freien Wohlfahrtsverbänden gestattet.

Die Adoption bedarf der Einwilligung des Kindes und ggf. der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters, wenn das Kind noch nicht 14 Jahre alt ist. Die Eltern des Kindes (mindestens 8 Wochen alt) müssen einwilligen, dass das Kind adoptiert werden darf.

Die Adoption wird auf Antrag des Annehmenden vom Vormundschaftsgericht ausgesprochen.

Die Adoption eines Volljährigen setzt voraus, dass sie sittlich gerechtfertigt und ein wirkliches Eltern-Kind-Verhältnis zu erwarten ist. Den Antrag müssen der Annehmende und der Anzunehmende stellen. Es wird im Unterschied zur Adoption von Minderjährigen keine Rechtsverhältnis zu den Verwandten des Annehmenden begründet. Auch werden die Rechte und Pflichten im Verhältnis zwischen dem Adoptierten und dessen Verwandten grundsätzlich nicht berührt.


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